Dienstag, 08 Mai 2018

Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag des Kriegsendes

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Die Botschaft der Ukraine in Deutschland lud zum 8. Mai zum Gedenken an den 73. Jahrestag des Kriegsendes 1945, der heute in der Ukraine als Tag des Gedenkens und der Versöhnung begangen wird, an das Sowjetische Ehrenmal in Berlin-Tiergarten. An der Veranstaltung nahmen neben Vertretern der Ukrainischen Botschaft, des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland (Dr. Andreas Prothmann), zahlreicher Diplomaten europäischer Länder und Nachfolgestaaten der Sowjetunion,  auch Vertreter des Vorstands des Deutsch-Ukrainischen Forums teil, darunter der langjährige Botschafter Deutschlands in der Ukraine Dietmar Stüdemann.

Die Ukraine war einer der Hauptschauplätze des Zweiten Weltkriegs und ihre Eroberung eines der Hauptkriegsziele der deutschen Aggressoren. Das Territorium der heutigen Ukraine war von 1941 bis 1944 von deutschen Truppen besetzt. 
Als Teil der Sowjetunion waren die Ukraine und das ukrainische Volk maßgeblich an der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus beteiligt. Sechs Millionen Ukrainer kämpften in den Reihen der Roten Armee, 120 000 bei den polnischen Streitkräften, 100 000 bei der Ukrainischen Aufstandsarmee UPA, 80 000 in der US-Armee, 45 000 bei der britischen Armee, 6000 in der französischen Armee. Etwa 8 Millionen Einwohner der heutigen Ukraine kamen in den Kriegsjahren um. Über drei Millionen ukrainische Rotarmisten fielen oder starben direkt an den Folgen des Krieges. Weitere 3,5 Millionen Ukrainer wurden Opfer deutscher Mordkampagnen, darunter mehr als eine Million ukrainischer Juden. Insgesamt kam jeder vierte Einwohner der Ukraine in den Kriegsjahren um.

Der amerikanische Historiker Timothy Snyder formuliert wie folgt: „Der Sinn des Zweiten Weltkriegs, aus Hitlers Perspektive, war die Eroberung der Ukraine. Es macht daher keinen Sinn, irgendeines Teils des Zweiten Weltkrieges zu gedenken, ohne mit der Ukraine zu beginnen. Jedes Gedenken des 2. Weltkrieges, in dem es um die Absichten der Nazis, die ideologischen, wirtschaftlichen und politischen Absichten des Naziregimes geht, muss genau mit der Ukraine beginnen.“

In diesem Geiste gedenken wir der Millionen Opfer, die der von Deutschland ausgegangene Krieg über die Ukraine und alle Völker der Sowjetunion gebracht hat. Die Verantwortung, die aus dieser deutschen Schuld auch für die Nachgeborenen resultiert, ist nicht die einzige, aber ein wichtige und immerwährende Motivation für die Mitglieder und Vorstände des Deutsch-Ukrainischen Forums, sich für die Aussöhnung und Freundschaft zwischen Deutschland und der Ukraine einzusetzen. 

An der Gedenkveranstaltung nahmen auch einige der letzten lebenden ukrainische Veteranen des Zweiten Weltkriegs teil, die damals Angehörige der sowjetischen Roten Armee waren und die heute in Berlin leben. 

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